Feuerwehr Idstein-Kern präsentiert sich bei einem Tag der offenen Tür

„Um mitzumachen, sind überhaupt keine Kenntnisse nötig – jeder kriegt von uns eine Ausbildung“, sagte Wehrführer Markus Enders von der Idsteiner Kernstadt-Feuerwehr beim Tag der offenen Tür im Feuerwehrstützpunkt. Was 60 Helfer vorbereitet hatten und boten, begeisterte mehr als 1000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie besichtigten bei Führungen das 1983 eingeweihte Gebäude, in dem im Januar Decken und Elektrik erneuert wurden, inspizierten die neue Damenumkleide und den samt White Board modern ausgestatteten neuen Raum der Nachwuchsabteilungen im ehemaligen DRK-Trakt.

Hier treffen sich die zurzeit 15 Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren der Kinderfeuerwehr und zwölf Zehn- bis 17-Jährige der Jugendfeuerwehr. Noch mehr faszinierte das Programm im Hof mit Kistensteigen, Hindernisparcours, Hüpfburg, Malstation, Atemschutzstrecke und Fuhrpark. Zu Fahrzeugen wie dem Katastrophenspezialisten des DRK und den zwei des THW erkundeten die Besucher die elf Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und das in jahrelanger Arbeit von ihr selbst bis 2016 restaurierte Löschfahrzeug von 1940.

 

Am allermeisten fesselte aber die 2016 für 600 000 Euro angeschaffte Drehleiter, die ihren Rettungskorb für fünf Personen oder 500 Kilogramm Belastung 30 Meter hoch ausfahren kann. Bei Vorführungen wie der Rettung einer Person über den Schlauchturm-Balkon zeigte die Wehr, wie multifunktional sie die Leiter einsetzen kann. Enders erklärte dies an realen Fällen. „Wir nutzen die Leiter oft in der Altstadt, weil der Rettungsdienst in den engen Treppenhäusern keine Chance hat, mit der Trage um die Ecken zu kommen.“ Das gelte auch für Schwergewichte wie eine 300-Kilogramm-Dame, für die so viele Träger nötig gewesen wären, dass ihnen das normal breite Treppenhaus nicht genug Platz bot. Umgekehrt holte die Wehr per Flaschenzug an der Leiter kürzlich einen verletzten Bauarbeiter aus der sechs Meter tiefen Grube an der Maximilianstraße.

Die Helfer verkauften in der vollen Halle Massen an warmen Speisen, Kuchen und Getränken. Ansturm, Interesse und Begeisterung der Besucher an dem Tag täuschten aber. Für alle Eventualitäten ausgerüstet und ausgebildet, meistert die Wehr von der Vogelbergung aus der Dachrinne über Personenrettungen aller Art bis zu vielfachen oder großen Schadenslagen bei Unwettern und Bränden im Schnitt pro Jahr 150 Einsätze, darunter ein Fünftel technische Hilfeleistungen auf umliegenden Verkehrswegen mit den Schwerpunkten Autobahn, ICE-Strecke, Bundes- und Landesstraßen. 2017 waren es bereits rund 130 Einsätze. Auch beim Schlachtfest rückte die Wehr nach Heftrich aus, weil ein Lkw drohte, am Hang abzurutschen. Die Internetseite mit bereits mehr als einer Million Besucher verzeichnet zwar 74 ehrenamtlich Aktive. Tatsächlich sind es aber 60, darunter zehn Frauen. Einige, wie „vor allem junge Leute, die zum Studium nach München oder Hamburg gezogen sind, helfen oft so wie heute, sind aber nicht für Einsätze da“, bereiten dem Wehrführer und stellvertretenden Stadtbrandinspektor vor allem die Einsätze am Tag Sorgen. „Fast die Hälfte der 150 Einsätze haben wir tagsüber und kriegen sie nur zusammen mit den Wörsdorfern und Niederauroffern geregelt“, erklärte Enders und betonte: „Wir freuen uns über jeden, der bei uns mitmachen will.“ Voraussetzung wegen der lebenswichtigen Verständigung bei Einsätzen sei nur gutes Deutsch. Daran scheiterten bisher auch die Gespräche mit interessierten Asylbewerbern. Die gängige Meinung, dass ausländische Bürger weniger motiviert seien, kann Enders nicht bestätigen: „Die meisten der rund 17 000 Idsteiner in der Kernstadt sind Deutsche, aber von ihnen helfen ja auch nur 60 aktiv.“

Bild: wita/Mallmann Text: Christine Dressler - Wiesbadener Kurier

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/untertaunus/idstein/feuerwehr-idstein-kern-praesentiert-sich-bei-einem-tag-der-offenen-tuer_18206638.htm

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