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Gemeinsames Seminar zum Thema „Technische Unfallrettung nach Verkehrsunfall“

2017 06 24 TH VU Seminar 017Im Rahmen eines 10-stündigen Seminares zum Thema „Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall“ trafen sich rund 30 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus Waldems-Reichenbach und Idstein am 23.06. und 24.06.2017 am Idsteiner Feuerwehrstützpunkt.

Neue Fahrzeugtechnologien, moderne Werkstoffe im Fahrzeugbau, weiterentwickelte Rettungsgeräte und veränderte Taktische Vorgehensweisen in der Notfallmedizin haben in den letzten Jahren das Thema der Unfallrettung bei den Feuerwehren beeinflusst. Die Feuerwehren sind im Rahmen von zusätzlichen Ausbildungen gefordert sich ständig weiterzubilden und diese Veränderungen aktiv mitzubegleiten. So waren beispielsweise Themen des diesjährigen Seminares:

 

• Wie erkenne ich ein Fahrzeug mit Hybrid-/ Elektro- oder Erdgasantrieb ? Welche Unterschiede ergeben sich dadurch für die Feuerwehren bei einem Verkehrsunfall gegenüber konventionellen Verbrennungsmotoren ?
• Welche Schwierigkeiten können für die Einsatzkräfte durch moderne Sicherheitssystem im Fahrzeug entstehen und welche taktische Lösungsansätze gibt es hierzu ?
• Wie gehen Rettungsdienst und Feuerwehr strukturiert bei einer Unfallrettung gemeinsam vor, um einen Patienten nach einem Verkehrsunfall aus seinem Fahrzeug zu befreien ? Welche strategischen und taktischen Prioritäten sind dabei zu beachten ?
• Was ist der Unterschied von „Sichern“ und „Stabilisieren“ eines Fahrzeuges ?

Am Freitagabend gingen die ehrenamtlichen Ausbilder auf diese Themen in einer 2-stündigen Theorieeinheit ausführlich ein. Dabei wurden Grundlagen aufgefrischt und Neuerungen gemeinsam besprochen. Geeignete Bilder und Videos zu diesem Thema hatten die Ausbilder in Ihre Präsentation integriert, so dass es ein spannender und kurzweiliger Abend war.
Leider ist es den Feuerwehren fast unmöglich an geeignete, aktuelle Fahrzeugmodelle für die praktische Ausbildung zu gelangen. Auch die kostenfreie Bereitstellung von 15-25 Jahre alten, ausrangierten PKWs gestaltet sich zunehmend immer schwieriger. Dennoch ist gerade diese praktische Ausbildung für die Feuerwehrleute ein unverzichtbarer Bestandteil zu diesem komplexen Thema.
Daher hatte die Freiwillige Feuerwehr Idstein 3 Wochen vor dem Seminar auf Ihrer Facebook-Seite einen Aufruf gestartet, der von vielen Leuten geteilt und beantwortet wurde. Schnell kamen einige Kontakte zustande, um dieses praktische Seminar zu ermöglichen. – Hierzu „VIELEN DANK“ nochmal an alle Unterstützer.

Zwei altgediente Fahrzeuge konnten auf diesem Wege zum Simulieren der Technischen Unfallrettung gefunden werden. Und es entstand auch der Kontakt zu der nahegelegenen Freiwilligen Feuerwehr aus Waldems-Reichenbach. Die Kameradinnen und Kameraden dort waren bereits selbst in Vorbereitung eines solchen Seminars und hatten bereits die 3 PKWs für die praktische Übung organisiert. Kurzfristig wurden die Synergien gemeinsam genutzt, Inhalte abgestimmt und so trainierten am Samstagvormittag ab 08:00 Uhr drei gemischte Teams aus beiden Feuerwehren auf dem Hof des Idsteiner Feuerwehrstützpunktes.

In 3 Stationen wurden verschiedene Rettungstechniken praktisch geprobt und die Vorgehensweise durch die Ausbilder veranschaulicht. Dabei konnten die Teilnehmer aus einem großen Gerätepool mit insgesamt vier hydraulische Rettungssätze von beiden Feuerwehren, das passende Werkzeug auswählen und verschiedene Vorgehensweisen üben. An der ersten Station wurde auf moderne Fahrzeugtechnologien und die hierzu am Vorabend erlernten „AIRBAG“- und „AUTO“- Merksätze zum Erkennen von Gefahren und unterschiedlichen Antriebssystemen eingegangen. Anschließend erfolgte im Rahmen einer „Schnellen und schonenden Rettung“ eine waagrechte Rettung einer Übungspuppe aus einem verunfallten Fahrzeug. Die nächste Station befasste sich mit Taktiken und Maßnahmen zur zeitlich kürzeren „Sofortrettung“ eines kritischen Patienten, die zum Beispiel bei Patienten mit kritischen Vitalfunktionen nach einem Unfall, in enger Absprache mit Notarzt und Rettungsdienst, werden kann. Die dritte Station befasste sich mit dem Sichern und Stabilisieren eines Fahrzeuges, welches nach dem Unfall auf dem Fahrzeugdach liegengeblieben war. Mit speziellen Sicherungssystemen, Unterbaumaterialien sicherten die Einsatzkräfte dort das Fahrzeug und befreiten nach weiteren Arbeitsschritten den Patienten über den geöffneten Kofferraum.

Trotz des sommerlichen Wetters bei den anstrengenden Arbeiten mit den Hydraulischen Rettungsgeräten waren alle Seminar Teilnehmer bei dem abschließenden Fazit gegen 15 Uhr höchstzufrienden und um einige neue Erkenntnisse reicher. Auch die Zusammenarbeit beider Feuerwehren über die Gemeindegrenzen hinweg hat hierzu mehr als positiv beigetragen.

  

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