Technisches Hilfswerk und Feuerwehr üben gemeinsam in Idstein


2015-06-28 TH-Bau10Auf den ersten Blick sind sie für einen Leihen gar nicht so einfach zu unterscheiden: Blauer Schutzanzug, gelber Helm, Sicherheitsstiefel und Handschuhe; blaue Blinklichter auf den Fahrzeugdächern und im Kühlergrill, in der Freizeit ein unscheinbares Gerät am Gürtel – den Funkmeldeempfänger. Schlägt er Alarm gilt es für alle Mitglieder schnellstmöglich zum Gerätehaus zu kommen. Während die einen in nur zehn Minuten am Einsatzort eingetroffen sein müssen, müssen die anderen als nachrückende Einheit erst nach 30 Minuten ausgerückt sein. Eine wichtige Gemeinsamkeit: sie alle sind in Idstein ausschließlich ehrenamtlich tätig.

Die Rede ist hier von den Hilfsorganisationen Technisches Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr. Spätestens beim zweiten Blick fällt dann doch die rote und blaue Lackierung der kleinen und großen Einsatzfahrzeuge ins Auge. Und wenn man sich weiter mit den beiden Organisationen beschäftigt, stolpert man zwangsläufig über weitere Unterschiede.

Die Feuerwehren sind Einrichtungen der Gemeinde, d.h. oberster Dienstherr der Idsteiner Feuerwehr ist als Bürgermeister in Idstein Christian Herfurth. Der Ortsverband Idstein des Technischen Hilfswerks dagegen ist eine Behörde des Bundes und damit dem Bundesinnenminister unterstellt.

Auch die Aufgaben von THW und Feuerwehr unterscheiden sich zum Teil sehr deutlich. So kann das THW von der Bundesregierung für Hilfstätigkeiten im Ausland eingesetzt werden und ist Bestandteil des Zivilschutzes. Im Katastrophenfall und bei größeren Unglücken arbeiten Feuerwehr und THW jedoch Hand in Hand, um Gefahren von Menschen, Tieren und Sachwerten abzuwenden. Dabei hat jeder seine eigenen Arbeitsbereiche und besonderen Fähigkeiten. Um genau diese besser kennen zu lernen haben sich die beiden Idsteiner Hilfsorganisation schon im vergangenen Jahr zu gemeinsamen Übungen zusammen getan. Spätestens da war klar geworden, dass beide Seiten vom Wissen und Können der anderen Seite profitieren können.

In diesem Jahr wollte man nun weiter gehen und hat ein ganzes Wochenende für eine gemeinsame Übung angesetzt. Julian Schneider, seines Zeichens Zugführer des Ortsverbandes Idstein, und seine Mannschaft hatten zum Übungsgelände reichlich Material mitgebracht. Gleich drei Lkw-Ladungen Rüstholz, Gerüste und andere Geräte fuhren am Sonntagmorgen auf das leerstehende Gelände des Idsteiner Kalmenhofes, direkt hinter Einsatzleitwagen, Löschgruppenfahrzeug und Rüstwagen der Feuerwehr.

Bis zum späten Nachmittag übten fast 50 Einsatzkräfte in unterschiedlichen Stationen das abstützen von Wänden und Decken mit unterschiedlichen Methoden sowie das Aufbauen eines Gerüstturms. Bereits am Freitagabend zuvor hatte das THW zu ihrem Spezialgebiet „Technische Hilfeleistung an Bauwerken" eine Theorieeinheit bei den Kameraden der Feuerwehr gehalten.

Beendet wurde das Übungswochenende schließlich am Gasgrill im Innenhof des Feuerwehrstützpunktes bei Bratwurst und Steaks. „Nächstes Jahr Grillen wir dann aber auf unserem Hof mit Holzkohle" stellt das THW am Sonntagabend dann noch klar, bevor die blauen Lkws wieder vom Hof des Idsteiner Feuerwehrstützpunktes rollen.

Bilder: Freiwillige Feuerwehr Idstein