19.04.2015: Feuerwehr Idstein probt den Ernstfall

 


2015-04-19 Uebung VR-Bank01

Brandbekämpfung und Menschenrettung in der Idsteiner VR-Bank


 Es ist 8:15 Uhr als am Sonntagmorgen rund 35 Einsatzkräfte auf dem Hof der Freiwilligen Feuerwehr Idstein in Zweierreihen antreten.

Vor allem die „junge Truppe", wie die Kameradinnen und Kameraden unter 25 genannt werden, sehen noch nicht wirklich wach aus. Trotzdem hat sich jeder aus dem Bett gequält, um bei der ersten großen Einsatzübung in Idstein in diesem Jahr dabei zu sein. 10 Minuten später fahren die ersten Großfahrzeuge – darunter auch die berühmte Drehleiter – vom Hof in Richtung Altstadt. Die Übungsleitung hatte zuvor bereits das Szenario verkündet: Feuer in der VR-Bank in der Wiesbadener Straße. Gemeldet wurde das Ganze von der automatischen Brandmeldeanlage des Gebäudes. Schon von weitem sieht man die Vorboten von dem, was in der Baustelle des Neubaus vor sich geht: eine Säule weißen Kunstrauchs steigt in die Höhe. Nach dieser Meldung werden bereits weitere Fahrzeuge nachgefordert. Es werden schließlich insgesamt sieben Fahrzeuge der Kernstadtwehr ausgerückt sein.

Als die ersten Einsatzkräfte vor der VR-Bank aussteigen, scheint es schnell vergessen, dass es sich nur um eine Übung handelt, so realistisch wirkt das Szenario: aus dem zweiten Geschoss des Gebäudes dringt dichter Rauch. Schnell wird klar: es „brennt" im Keller der Baustelle. Die drei Elektriker, die dort zuletzt gearbeitet haben, werden vermisst. Außerdem sucht eine Mutter panisch ihr Kind, das sie bei der Räumung des alten Hauptgebäudes verloren hat. Zu allem Überfluss fehlt auch vom Hausmeister jede Spur.

Insgesamt drei Atemschutztrupps machen sich nacheinander auf den Weg in den verrauchten Keller. Weitere Einsatzkräfte machen sich über das Gerüst und die Treppenräume auf die Suche nach dem Kind und dem Hausmeister.

Zuerst wird einer der vermissten Elektriker aus dem Keller gebracht. Kurze Zeit später findet ein weiterer Trupp das Kind in einem der Treppenhäuser. Der vermisste Hausmeister wird schließlich bewusstlos auf dem Dach des Gebäudes gefunden. Er wird anschließend über die Drehleiter gerettet.

Und dann wird es doch nochmal hektisch, als es über die neuen Digitalfunkgeräte schallt „Mayday, Mayday, Mayday!". Einer der Atemschutzträger ist selbst im verrauchten Keller zusammengebrochen. Dieser Notruf löst bei allen Einsatzkräften ein trainiertes Muster aus. Sofort machen sich weitere Atemschutztrupps auf den Weg in das Gebäude, um dem Kameraden zu helfen. Nur drei Minuten später tragen fünf völlig erschöpfte Einsatzkräfte den Kameraden aus dem Gebäude. Zum Glück war auch das nur eine Übung. Denn vor allem die Rettung der eigenen Kräfte muss einfach sitzen, wie Einsatzleiter Sebastian Härig später noch einmal betont.

Er hatte den Einsatz die ganze Zeit vom Einsatzleitwagen der Idsteiner Floriansjünger aus im Überblick und gibt in seiner roten Weste immer wieder Befehle an die Fahrzeugführer in orangener Weste. Nach gut 1 ½ Stunden beendet sein Funkspruch „An alle – Übungsende" schließlich die Übung. Wehrführer Markus Enders bedankt sich bei der anschließenden Übungsbesprechung vor allem bei der VR-Bank Idstein. Er sei froh, dass die Feuerwehr Idstein die Gelegenheit habe, in einem so großen Objekt so nah wie möglich an der Realität zu üben und so wertvolle Erfahrungen für den Ernstfall sammeln zu können.

Bilder und Video: Wiesbaden112 - vielen Dank für Eure Unterstützung!

 

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