Zwei junge Feuerwehrleute blicken zurück

MEIN JAHR 2014 Lukas Schambier und Simon Kremer – als junges Team bei der Feuerwehr


IDSTEIN. Es ist spannend: Gerade will sich der Feuer speiende Drache Smaug über Seestadt hermachen, da stehen zwei junge Männer auf und verlassen das Kino. Lukas Schambier und Simon Kremer sind –sofern sie in Idstein weilen –immer einsatzbereit. Und als die Feuerwehrmänner angepiepst werden, ist für sie selbstverständlich, dass sie ihren Kinoabend sofort beenden und zur Wache eilen. Heute werden die beiden Idsteiner nicht mehr erfahren, ob Zwerge, Elben und Menschen Seite an Seite kämpfen werden, um die Orks zu besiegen oder ob sie die Zukunft von Mittelerde aufs Spiel setzen, indem sie weitermachen wie bisher?

Treffpunkt Feuerwache. Das heißt es nicht nur, wenn's ernst wird. Das große Team der Freiwilligen und besonders die junge Truppe treffen sich hier gerne: Die Zentrale in der Wiesbadener Straße ist Ausgangspunkt für Unternehmungen, aber auch ein Ort, an dem es nicht langweilig wird. Die beiden 19-Jährigen, die in diesem Jahr Abitur gemacht haben, helfen mit Leidenschaft und Idealismus in der Kleiderkammer, machen bei allen möglichen Zusatzübungen mit und sind in der Jugendfeuerwehr aktiv.

Sie können sich selbst noch gut an ihre ersten Erfahrungen bei den Blauröcken erinnern. Simon Kremer zog es mit 16 zur Feuerwehr. Lukas Schambier ist in einer „Feuerwehr-Familie" groß geworden, hat seinen Vater schon mit zehn Jahren begleitet. 2014 gab es für die Freunde einige größere Einsätze zu absolvieren, besonders der Kellerbrand am Weißen Stein, der eine Evakuierung erforderte, wird den beiden im Gedächtnis bleiben. Auch als gute Erfahrung: Denn jeder war bestens vorbereitet, wusste, was zu tun war und hatte gleichzeitig den Rückhalt im Team. Nicht immer geht ein Unglück glimpflich aus, gibt es nur Leichtverletzte oder gar keine Opfer.Mit einer „gesunden Distanz" seien auch menschlich schwierige Situationen zu bewältigen, sagt Lukas Schambier.

„Wenn es um Menschenleben geht, muss man einfach funktionieren", berichtet Simon Kremer von seinen Einsätzen bei der Idsteiner DLRG. In der Lübecker Bucht war er als Rettungsschwimmer 2014 besonders gefordert. Innerhalb weniger Tage mussten 14 Menschen aus der Ostsee gerettet werden; fünf hat er erfolgreich reanimiert, für einen kam jede Hilfe zu spät. Retten, Löschen, Bergen, Schützen – die beiden jungen Idsteiner wollen der Feuerwehr auch künftig treu bleiben und hoffen das mit ihrem weiteren beruflichen Lebensweg vereinbaren zu können. Lukas Schambier hat einen Ausbildungsplatz als Industrie- und Anlagenmechaniker, Simon Kremer will vielleicht BWL studieren.

Wünsche für 2015? Seit etwa einem Jahr restaurieren die beiden gemeinsam mit anderen Kameraden einen Feuerwehr-Oldtimer von 1945. Die jüngste Herausforderung an dem Löschgruppenfahrzeug war das defekte Pumpenrad, das ausgewechselt werden musste. Nächstes Jahr hoffen die Schrauber, fertig zu werden und das neue alte Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentieren zu können. „Schön wäre auch mal wieder ein entspannter Kinoabend",lachen die beiden. Der „Hobbit" sollte noch eine Chance bekommen. Aber erst einmal wird auf eine einsatzfreie Silvesternacht gehofft.

Bild: Wiesbadener Tagblatt/Mallmann