17.10.2014: Übung und schwerer Verkehrsunfall

2014-10-17 VU Auffahrt BAB3Wie nah Übung und Ernstfall oftmals beieinander liegen, stellten am vergangenen Freitag ein weiteres Mal die ehrenamtlichen Kräfte der Idsteiner Freiwilligen Feuerwehr fest.

Gegen 18 Uhr hatten sich die Mitglieder der Einsatzabteilung auf den Weg zum Betriebsgelände der Firma Stricker gemacht. Geübt wurde an diesem Abend die Rettung von Verletzten aus Gruben und Schächten.
Mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Steckleitern, Mehrzweckleitern sowie der Drehleiter wurde eine Übungspuppe mehrfach aus einem rund 8m tiefen Kanalschacht gerettet.

Die tatsächliche Alarmmeldung „Verkehrsunfall – Fahrzeug beginnt zu brennen" sorgte wenige Minuten vor 20 Uhr jedoch für ein abruptes Ende der Übung. Während einige Übungsteilnehmer auf dem Übungsgelände blieben und für den Abbau von Drehleiter, Scheinwerfern und den Materialien der Absturzsicherung sorgten, rückten Löschfahrzeug und Rüstwagen in Richtung der Idsteiner Autobahnauffahrt aus.

Dort war das Fahrzeug eines Pizzaboten seitlich in einen fast werksneuen BMW geprallt. Die Ersthelfer hatten aufgrund einer anfangs starken Rauchentwicklung aus dem Motorraum des Lieferwagens ein beginnendes Feuer befürchtet. Glücklicher Weise kam es zu keinem Brand.

Während Notarzt und Rettungsdienst sich um die beiden schwer verletzten Fahrer kümmerten, kontrollierten die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Unfallfahrzeuge, sicherten die Einsatzstelle und fingen auslaufende Betriebsstoffe auf. Die L3274 sowie die Autobahnabfahrt in Fahrtrichtung Köln war für rund eine Stunde voll gesperrt.

Besonders schwierig gestaltete sich dabei das Abklemmen der Batterie am fast neuen BMW. Die Feuerwehr weist in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit von Rettungskarten hin, welche den Einsatzkräften wichtige Hinweise im Falle eines Unfalls geben können.

Nur rund 21 Stunden später kam es an der gleichen Stelle erneut zu einem Verkehrsunfall. Am Samstagnachmittag stießen an der Autobahnbahnauffahrt in Richtung Köln ein Pkw und ein Motorrad zusammen. Bei diesem zweiten Unfall wurde der Motorradfahrer schwer verletzt.

Die Freiwillige Feuerwehr Idstein sicherte die Einsatzstelle und band auslaufendes Motoröl. Die L3274 musste erneut für rund eine halbe Stunde voll gesperrt werden, während der Verkehr von der Autobahnabfahrt in Richtung Idstein weiter fließen konnte.

Info: Rettungskarte

Moderne Fahrzeuge zeichnen sich durch stetig verbesserte Sicherheitssysteme aus. So ist es keine Seltenheit, dass in Fahrzeugen der Mitteklasse bis zu 10 Airbags verbaut sind während hochfeste Stähle für eine erhöhte Stabilität der Fahrgastzelle und insbesondere bei Seitenaufprallen sorgen.
Während diese aktiven und passiven Sicherheitssysteme die Fahrzeuginsassen schützen, stellen Sie für die Retter von Feuerwehr und Rettungsdienst eine technische Herausforderung dar. Bevor Rettungsgeräte wie Schere und Spreizer zum Einsatz kommen können, muss festgestellt werden, wo die Auslösemechanismen von Airbags verbaut sind, ob an der Einsatzstelle der hydraulischen Schere hochfeste Materialien verbaut sind. Wesentlich komplizierter wird es gar in Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten: bei Gasfahrzeugen müssen beispielsweis besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, bei Hybrid oder Elektrofahrzeugen ist gar auf die verbauten Batterien und Hochvolt-Leitungen zu achten, um eine Eigengefährdung auszuschließen.
Einfachstes Beispiel ist jedoch das Auffinden und Abklemmen der Fahrzeugbatterie, was bei nahezu jedem Verkehrsunfall notwendig wird. War diese in älteren Fahrzeugen immer gut erreichbar im Motorraum verbaut, so ist sie in neuen Fahrzeugmodellen häufig unter Sitzbänken, im Kofferraum und häufig sogar in mehrfacher Ausführung verbaut.
Um trotz der steigenden Komplexität der Fahrzeugtechnik schnell und sicher Hilfe leisten zu können, greifen Rettungskräfte immer häufiger auf die sogenannte Rettungskarte zurück. Diese Rettungskarten sind über verschiedene Organisationen oder direkt den Fahrzeughersteller online zu finden. Die Rettungskarte enthält alle Informationen, welche für Feuerwehr und Rettungsdienst im Falle eines Unfalles relevant sein können. Weil die genaue Identifizierung des Fahrzeugtyps am Unfallort fast unmöglich ist, sollte die Rettungskarte vom Besitzer selbst im Fahrzeug verstaut werden. Feuerwehr, Rettungsdienst, ADAC und andere Organisationen arbeiten darauf hin, dass eine solche Rettungskarte in jedem Fahrzeug hinter der Sonnenblende des Fahrzeugs zu finden ist.

Bilder Übung Gruben- und Schachtrettung: Freiwillige Feuerwehr Idstein

Bilder Verkehrsunfall am 17.10.2014: Wiesbaden112.de

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Bilder Verkehrsunfall am 18.10.2014: Wiesbaden112.de

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