18.06.2014: Großeinsatz in Idsteiner Kindergärten - Feuerwehr unterstützt den Rettungsdienst

2014-06-18 MANV Kindergaerten01Einen Massenanfall an Verletzten hatte der Rettungsdienst am Mittwoch in Idstein zu bewältigen.

Nach dem Mittagessen hatten zahlreiche Kinder und Betreuer in zwei Idsteiner Kindergärten begonnen, sich wiederholt zu erbrechen. Der Einsatz begann für die Besatzung der hauptamtlichen Kräfte der Idsteiner Rettungswache und entwickelte sich bis zum späten Nachmittag zu einem Großeinsatz.

Mehr und mehr Kinder zeigten starke Symptome von Durchfall und Erbrechen. Immer mehr Rettungswagen aus dem gesamten Rheingau-Taunus Kreis wurden zu den Kindergärten in Idstein und Heftrich beordert. Am frühen Nachmittag musste schließlich Unterstützung aus den benachbarten Landkreisen angefordert werden. Insgesamt vier sogenannte S-Komponenten wurden im Rahmen des Einsatzstichwortes ÜMANV - Überörtlicher Massenanfall an Verletzten - in Idstein zusammengezogen (nähere Informationen siehe unten). Kurze Zeit später forderten die Einsatzleiter des Rettungsdienste - Leitender Notarzt (LNA) und Organisatorischer Leiter Rettungsdiens (OLRD) - die Unterstützung der Feuerwehr zur Koordination der Einsatzkräfte an.

Daraufhin wurden die Einsatzzentrale im Feuerwehrstützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Idstein, der Einsatzleitwagen sowie der Kommandowagen KdoW besetzt. Der Einsatzleitwagen wickelte vor Ort den Funkverkehr zwischen den verschiedenen Kräften von Rettungsdienst und Polizei sowie zur gemeinsamen Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst ab, erfassten und koordinierten die verschiedenen Rettungsmittel mit Hilfe von Lagekarten. Die Führungskräfte der Feuerwehren auf Stadt- und Kreisebene koordinierten im Auftrag von Landrat und Bürgermeister die Einsatzmaßnahmen an beiden Einsatzstellen und führten im Lagezentrum des Tabaluga-Kindergartens die Informationen zusammen.

Weiterführende Informationen

Die Abkürzung ÜMANV setzt sich aus zwei Teilen zusammen. MANV steht für Massenanfall von Verletzten, wobei das selbstverständlich auch den Massenanfall von Erkrankten mit einschließt. Das Ü steht für Überregional. Das bedeutet, dass ein Schadensereignis statt gefunden hat, dass Unterstützung aus den Nachbarlandkreisen angefordert werden muss. In diesem Fall werden die ÜMANV-Einheiten alarmiert.

Es wurden drei unterschiedliche ÜMANV-Einheiten konzipiert:

    • ÜMANV-S (Sofort)
    • ÜMANV-B (Behandlungseinheit)
    • ÜMANV-T (Transport)

Alarmiert werden die ÜMANV-Einheiten eines Kreises von der jeweiligen Leitstelle des entsendenden Landkreises.

Die ÜMANV-S-Komponente besteht aus 3 Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug. Alle 4 Fahrzeuge gehören zur normalen Regelvorhaltung des Rettungsdienstes. Die Alarmierung erfolgt wie bei jedem Rettungsdiensteinsatz über Funkalarmempfänger. Da das hauptamtliche Personal des Rettungsdienstes ständig einsatzbereit ist können diese Einheiten sofort ausrücken.

Zur ÜMANV-B-Komponente gehört der GW-SAN, der aus dem Sanitätszug stammt. Genau wie bei einem Einsatz des Sanitätszuges wird mit dieser Komponente ein Behandlungsplatz in unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle aufgebaut und betrieben.

Die ehrenamtlichen Helfer werden mittels Funkalarmempfänger oder wo nicht vorhanden telefonisch alarmiert. Nach 30 Minuten sollte die ÜMANV-B-Komponente einsatzbereit sein.

Die ÜMANV-T-Komponente besteht aus den Rettungswagen (RTW) und Krankenwagen 4 (KTW4) des Sanitätszuges. Diese Komponente ist für den Transport der Patienten vom Behandlungsplatz in die aufnehmende Klinik verantwortlich. Auch hier erfolgt die Alarmierung der ehrenamtlichen Kräfte über Funkalarmempfänger oder Telefon. Auch diese Einheit ist nach 30 Minuten einsatzbereit.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz - Ortsverein Idstein (http://drk-idstein.de/unser-ortsverein/bereitschaft-idstein/unsereeinheiten/uemanv.html)

Bilder: Freiwillige Feuerwehr Idstein

Weitere Bilder: www.wiesbaden112.de

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