Idsteiner Feuerwehren verabschieden sich von ihrem langjährigen Dienstherren

07.02.2014 Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Idstein


 2014-02-07 JHV Gesamt 3„Ihr habt doch immer die Arbeit gemacht. Ich bin dann nur in Anzug und Schlips dazu gekommen, um Euch für Eure Arbeit auf die Schultern zu klopfen." Bescheiden aber sichtlich gerührt nahm Gerhard Krum bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Idsteiner Feuerwehren die Dankesworte und Abschiedsgeschenke „seiner" Feuerwehr entgegen.
Zwölf Jahre lang hatte Gerhard Krum als Dienstherr den Feuerwehren der Stadt Idstein vorgestanden. Er habe in dieser Zeit die Feuerwehr in allen Facetten kennen und schätzen gelernt. Der Leiter der Idsteiner Feuerwehren, Werner Volkmar, stellte besonders heraus, dass Gerhard Krum das Ehrenamt „Feuerwehr" stets zu würdigen gewusst habe. In dem Wissen, dass der Brandschutz und die Allgemeine Hilfe zu den wichtigsten Pflichtaufgaben jeder Gemeinde gehörten, habe er sowohl die Arbeit der Einsatzabteilungen als auch der Feuerwehrvereine stets verantwortungsvoll und engagiert unterstützt.

Die Idsteiner Einsatzabteilungen und Jugendfeuerwehren bedankten sich bei ihrem ehemaligen Dienstherren mit einer Bilderkollage und einem Kalender über den „Feuerwehrmann Gerhard Krum" für zwölf Jahre der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Unter stehendem Applaus der Einsatzkräfte verlieh Jens Hohenstein im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes Untertaunus, dem jetzigen Bürgermeister a.D. die höchste Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes: die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille und würdigte so seine Verdienste um die Feuerwehren seiner Stadt. Der neue Dienstherr, Bürgermeister Christian Herfurth, versicherte in seiner Antrittsrede vor den versammelten Einsatzkräften, dass er die gute Zusammenarbeit seines Vorgängers fortführen werde und versprach mit seiner gewohnt offenen Art auf die Anliegen der Feuerwehren einzugehen. Es werde in zahlreichen Reden viel über die Wichtigkeit des Ehrenamtes geredet, er sei jetzt schon stolz darauf, dass es in den Idsteiner Feuerwehren tatsächlich gelebt werde.

Guter Zusammenhalt der Idsteiner Feuerwehren
Beeindruckt vom Zusammenhalt der Idsteiner Feuerwehren untereinander sowie der offensichtlich guten Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Gremien der Stadt Idstein zeigte sich der neue Kreisbrandinspektor des Rheingau-Taunus-Kreises, Joachim Dreier, und überbrachte bei seinem ersten Besuch bei den Idsteiner Floriansjünger die Grüße des Landrats und des Kreisausschusses.
In seinem Bericht über das vergangene Jahr 2013 freute sich Stadtbrandinspektor Volkmar über die weiterhin stabilen Mitgliederzahlen der insgesamt zehn Idsteiner Einsatzabteilungen. Dennoch spiegelten sich in einer steigenden Fluktuation auch in den Feuerwehren die immer größere geographische Flexibilität der Menschen wider. Es freue ihn, dass im Rahmen der Mitgliederwerbung besonders das persönliche Ansprechen auf Ebene der Ortsteile sehr gut funktioniere und alle mit Spaß bei der Arbeit seien.
Besonders stolz zeigte sich Volkmar über die Brandschutzerziehung des vergangenen Jahres. Mit größter Begeisterung seien hier mit Dieter Grabsch und Otto Schnabel zwei echte Urgesteine der Idsteiner Feuerwehren dabei, in den Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen grundlegendes Wissen zu vermitteln und das Interesse für die Arbeit der Feuerwehren zu wecken. Sie bildeten so die Basis für die Arbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehren.
Den außerordentlich guten Ausbildungsstand mussten die insgesamt 290 Einsatzkräfte in 2013 bei mehr als 180 Einsätzen unter Beweis stellen. Neben größeren Einsätzen wie Wohnungsbränden in Idstein, Heftrich und Oberauroff, dem Großeinsatz bei einem Traktorunfall am ersten Mai sowie verschiedenen Verkehrsunfällen habe der Einsatzschwerpunkt im vergangenen Jahr bei der Unterstützung der Rettungsdienste gelegen. Häufig musste dabei auf die Drehleiter der Idsteiner Kernstadtwehr zurückgegriffen werden. Als traurigen Höhepunkt beschrieb Volkmar einen Lkw-Unfall auf dem Autobahnparkplatz Theißtal, bei dem zwei Junge Menschen ums Leben kamen. Zwei weitere Menschen habe man jedoch noch aus den Trümmern retten können.


Stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart gewählt
Natascha Berg und Bernd Zimmermann berichteten über den Stand der Idsteiner Kinder- und Jugendfeuerwehren. In den sechs Jugend- und vier Kinderfeuerwehren wurden auch 2013 wieder unzählige Gruppenstunden, Übungen und Ausflüge organisiert. Obwohl die Mitgliederzahlen leicht rückläufig seien, könne man stolz darauf sein insgesamt elf Jugendliche in die Einsatzabteilungen überführt zu haben und so dem Auftrag der Nachwuchsgewinnung nachgekommen zu sein. Dennoch versicherte Zimmermann, dass man im kommenden Jahr wieder verstärkt um engagierte und interessierte Jugendliche werben werde. Dabei kann der Stadtjugendfeuerwehrwart ab sofort auch endlich auf die Unterstützung eines Stellvertreters bauen. Nachdem der Posten über viele Jahre unbesetzt geblieben war, wählte die Jahreshauptversammlung mit überwältigender Mehrheit den Idsteiner Peter Weber zum neuen stellvertretenden Stadtjugendfeuerwehrwart. Er bringt als ehemaliger Jugendwart der Kernstadtwehr bereits langjährige Erfahrung im Bereich der Jugendarbeit mit in dieses Amt.


Ehrungen und Beförderungen
Zu guter Letzt standen verschiedene Beförderungen und Ehrungen auf der Tagesordnung. Beförderungen konnten dabei an zwei Mitglieder der Feuerwehr Walsdorf, Sylvester Wolf und Friedhelm Stollberg, sowie Markus Enders der Feuerwehr Idstein ausgesprochen werden.
Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurde Wilfried Leichtfuss, ebenfalls der FF Walsdorf, mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande geehrt. Als erste Amtshandlung in Sachen Feuerwehr konnte Christian Herfurth jeweils vier Kameradinnen und Kameraden verschiedener Feuerwehren eine Anerkennungsprämie für zehn bzw. 20 Jahre Dienstzeit überreichen. Eine Prämie für 30 Jahre Feuerwehrdienst wurden Heiko Kühnel aus Ehrenbach und Manfred Schauß aus Idstein überreicht und für gar 40 Jahre aktive Arbeit in der Feuerwehr wurden Manfred Klein aus Nieder-Oberrod und Dieter Lambert aus Ehrenbach ausgezeichnet.

 

Anerkennungsprämie des Landes Hessens
Seit 2011 würdigt das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport langjähriges Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren mit einer Urkunde verbunden mit einer Anerkennungsprämie. Das Land Hessen möchte damit symbolisch einen „Teil der mit dem Engagement in der Einsatzabteilung verbundenen Aufwendungen" abgelten und die Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement um den Brandschutz und die Allgemeine Hilfe zum Ausdruck bringen. Die Prämie wird dabei, gestaffelt nach Dienstjahren, für zehn, 20, 30 und 40 Jahre aktive Dienstzeit verliehen.
Quelle: „Erlass über die Verleihung einer Anerkennungsprämie des Landes Hessen für langjährige Dienste in den Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren in Hessen" vom 27.12.2010

 

Bilder: Volker Mink (FF Idstein)