Inge will leben - Welle der Hilfsbereitschaft rollt durch Idstein

2014-01-18 DKMS 5In ihrer Neujahrsansprache vor drei Wochen hatte Kanzlerin Merkel von einer „überwältigenden Welle der Hilfsbereitschaft" angesichts der Flutkatastrophe des vergangenen Jahres gesprochen. In Idstein wurde in den vergangenen Wochen bewiesen, dass es keiner Jahrhundertflut bedarf, um das Engagement und die Hilfsbereitschaft der Menschen zu wecken.

Die Nachricht von Inges' Blutkrebserkrankung hatte sich seit Weihnachten wie ein Lauffeuer in der Stadt und selbst weit über die Landkreisgrenzen ausgebreitet. Von Weilburg bis Frankfurt prangte an unzähligen schwarzen Brettern und Internetauftritten der Hilferuf aus Idstein. Initiiert durch ihre jüngste Tochter Sabrina entwickelte die Aktion „Inge will leben" schon nach wenigen Wochen eine gewaltige Eigendynamik. Jeder wollte helfen, seinen Beitrag leisten. Eine Woche vor der Typisierungsaktion wusste praktisch jeder Idsteiner, dass Inge auf eine lebensrettende Knochenmarkspende wartet.

So haben sich am Samstag, dem Tag der großen Typisierungsaktion, weit über 100 Helfer aus dem Freundes- und Bekanntenkreis von Inge, den Freiwilligen Feuerwehren Waldems-Esch und Idstein sowie der Landfrauen des Bezirksverein Bad Schwalbach eingefunden. Auch Idsteins Bürgermeister Christian Herfurth ließ sich als Helfer eintragen und sammelte, gemeinsam mit den Kameraden der Idsteiner Feuerwehren, eifrig Spenden, um die Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei zu finanzieren.

Landrat Burkhardt Albers, der gemeinsam mit Christian Herfurth die Schirmherrschaft der Aktion übernommen hatte, machte seiner Vorbildfunktion alle Ehre und ließ sich von den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes Blut abnehmen und in die Datei der potentiellen Stammzellenspender aufnehmen. Albers zeigte sich begeistert angesichts der Dimension, die die Hilfsaktion angenommen hatte. Besonders beeindruckt sei er jedoch von der großen Zahl an jungen Menschen, die sich für diese gute Sache einsetzten. Er freue sich zu sehen, dass gerade in den Freiwilligen Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen so viel junges Engagement zu finden sei.

TYPISIERUNGSAKTION IST EIN VOLLER ERFOLG

Lange bevor am Ende des Tages der letzte willige Spender typisiert war, war klar, dass sich die Mühe mehr als gelohnt hatte. Als schließlich der Fuhrpark der Floriansjünger wieder seinen angestammten Platz in der Fahrzeughalle des Feuerwehstützpunktes eingenommen hatte, konnten die Organisatoren eine beeindruckende Bilanz ziehen:

Man hatte an nur einem Tag 1.452 neue Stammzellenspender registrieren können, die zukünftig weltweit jedem Leukämieerkrankten das Leben retten könnten. Außerdem konnten an den Spendenstationen, den Essens- und Getränkeständen sowie der Kuchentheke mehr als 24.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Zusammen mit den Spenden, die schon zuvor auf dem Spendenkonto eingegangen waren, kommt die ganze Aktion der DKMS bis heute mit stolzen 36.000 Euro zu Gute.
Nun ist es an den Laboranten der DKMS, die vielen Blutproben auszuwerten. Hoffentlich kann dann am Ende das Ergebnis verkündet werden, dass der richtige Spender für unsere Mutter, Ehefrau, Freundin und Kameradin gefunden werden konnte. Denn: Inge möchte leben!

SIE MÖCHTEN AUCH NACH DEM AKTIONSTAG NOCH HELFEN?

Regelmäßig finden im gesamten Bundesgebiet ähnlich Typisierungsaktionen für Stammzellenspender statt. Termine finden Sie beispielsweise unter www.dkms.de. Dabei sind lediglich 5 ml Blut und eine entsprechende Einverständniserklärung notwendig. Zeigen Ihre Gewebemerkmale eine Übereinstimmung mit denen eines Patienten, folgen weitere Tests, die final klären, ob Sie als lebensrettender Spender geeignet sind (zum Vergleich: bei einer Blutspende werden 500 ml Blut abgenommen).

Die Typisierung und Registrierung eines Spenders kostet die DKMS etwa 50 Euro. Die gemeinnützige Organisation ist daher auf Geldspenden angewiesen. In Idstein entstanden durch die fast 1.500 Typsierungen beispielsweise kosten von um die 75.000 Euro. Spenden können Sie noch innerhalb der nächsten sechs Monate auf das Spendenkonto 10 879 310 der VR Bank Untertaunus (BLZ 510 917 00) überweisen.

Sie können außerdem online zum Spender werden, denn es ist auch möglich sich über eine Speichelprobe registrieren zu lassen, die Sie per Post an die DKMS schicken können.

VIELEN DANK AN ALLE HELFER!

Wir - die Freiwillige Feuerwehr Idstein - möchten uns an dieser Stelle nochmals bei ALLEN Helfern, die gemeinsam mit uns diese Aktion möglich gemacht haben, bedanken!

Bilder - volker mink FF Idstein - Vielen Dank!!!