Freiwillige Feuerwehr in Frühdefibrillation ausgebildet

2013-09-07 AED-Seminar13Automatischer Externer Defibrillator sorgt für Sicherheit in der Feuerwehr Idstein


Die Zahlen, die Alfred Stapelfeldt vom Deutschen Roten Kreuz in Idstein den Lehrgangsteilnehmern der Freiwilligen Feuerwehr Idstein vorträgt sind dramatisch: jährlich sterben in Deutschland in etwa 130.000 Menschen durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems – und das sind wohlgemerkt nur die Todesfälle außerhalb von Krankenhäusern. Todesursache Nummer 1 ist der weitläufig bekannte Herzinfarkt.

Dabei entscheidet das beherzte und richtige Handeln der Menschen, die einen Betroffenen auffinden, also der Ersthelfer, wie hoch die Überlebenschancen und der Grad eventuell zurückbleibenden Schäden sind. Denn wenn erst der Rettungsdienst, der laut Gesetz nach spätestens zehn Minuten am Unglücksort eintreffen soll, mit den lebenserhaltenden Maßnahmen beginnt, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit bereits auf ein Minimum gesunken. Leiten Ersthelfer dagegen umgehend eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ein, wie man(n) und Frau sie in jedem Erste-Hilfe-Lehrgang erlernt hat, steigen die Chancen hingegen deutlich.

 

Neben verschiedensten Risikofaktoren, wie ungesunde Ernährung, erhöhte Blutfette, Rauchen und ähnliches, können außergewöhnlich starke körperlich Beanspruchungen und akuter Stress einen solchen Herzinfarkt in letzter Konsequenz auslösen. Genau diesen Faktoren müssen Atemschutzgeräteträger aller Feuerwehren mindestens einmal jährlich in der sogenannten Atemschutzstrecke ausgesetzt werden, um für den Ernstfall gerüstet und auch zugelassen zu sein.

Dieser Tatsache hat der Rheingau-Taunus-Kreis Rechnung getragen und in der eigenen Atemschutzstrecke, welche im Feuerwehrstützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Idstein untergebracht ist, einen sogenannten AED angeschafft – einen Automatischen Externen Defibrillator.

Damit der im Ernstfall auch richtig eingesetzt werden kann, wurde ein Teil der Einsatzkräfte in einer Schulung mit dem Gerät vertraut gemacht und übte dessen Einbindung in die bekannte Herz-Lungen-Wiederbelebung. Natürlich kommt es da zu Gute, dass man Tor an Tor mit dem Roten Kreuz unter einem Dach untergebracht ist. Bleibt nur zu hoffen, dass das Gerät auch zukünftig nur in Übungen gebraucht wird.

Ein AED (Automatischer Externer Defibrillator) ist ein medizinisches Gerät, das ein Flimmern der Herzkammern erkennt und bekämpft. Es kann so, eingebunden in eine Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Überlebenschancen eines Betroffenen deutlich erhöhen sowie mögliche Langzeitschäden verringern. Ein AED ist so konzipiert, dass er grundsätzlich von jedem Laien, der die groben Grundzüge der Ersten Hilfe beherrscht, bedient werden kann. AEDs sind frei verkäuflich und können daher von jedermann oder auch jedem Unternehmen beschafft werden. AEDs retten Leben.

Bilder: Freiwillige Feuerwehr Idstein