Serie der Idsteiner Zeitung: "Der größte Kleiderschrank Idsteins"

13.06.2012 - IDSTEIN - Von Ingrid Nicolai

FEUERWEHR Von Helm bis Handschuh - Helmut Schambier stattet die Kameraden aus

Mit Klamotten hat er eigentlich nichts am Hut. „Die erste Hose muss passen", outet sich Helmut Schambier als Einkaufsmuffel. Trotzdem hat er in Idstein den größten Kleiderschrank. Eigentlich ist es eine Kleiderkammer und in der lagern Helme, Handschuhe, Stiefel, Dienstkleidung und Schutzanzüge für die Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehr sowie die Kleidung für die Jugendfeuerwehren.

Schon 20 Jahre steht Schambier ehrenamtlich der Kleiderkammer vor, wird nun seit einiger Zeit unterstützt von Christian Münster. Besonders am Dienstleistungsabend haben die beiden alle Hände voll zu tun. Bekleidung wird ausgegeben und zurückgenommen, denn nach Einsätzen muss die kontaminierte Flammenschutzkleidung wieder gereinigt und imprägniert werden. Für die Pflege der Innendienst-Kleidung ist jeder selbst verantwortlich.

 

Alle 300 Mitglieder der Idsteiner Freiwilligen Feuerwehr werden über die zentrale Kleiderkammer ausgestattet. Früher hat jede Ortsteil-Feuerwehr selbst für die Bevorratung gesorgt, in eigener Regie eingekauft. „Das hat unnötig Platz und Geld gekostet", erklärt Schambier, dass über eine zentrale Organisation auch gegenüber den Verkäufern ganz anders aufgetreten werden kann. „Dann gibt es Sonderkonditionen."

Das Outfit der Feuerwehr ist hessenweit geregelt, für die Ausstattung muss die Stadt aufkommen. Allerdings gibt es auch Qualitätsunterschiede bei den Herstellern. Wie strapazierfähig ein Feuerwehrschutzanzug mit dreilagiger Membran ist, merkt man nach einigen Reinigungsgängen. „Ein etwas teurer Anzug, der dann aber länger hält, ist dann wirtschaftlich sinnvoller", betont Stadtbrandinspektor Werner Volkmar. Mit etwa 1500 Euro schlägt so ein Schutzanzug zu Buche.

Die Kleidung, die Männer und Frauen - 27 gibt es bei den Idsteiner Floriansjüngern - bei den Einsätzen tragen, ist gleich. Nicht Chic sondern Zweckmäßigkeit zählt. Etwas individueller geht es bei den Schuhen zu, die zwar grundsätzlich gleich aussehen, aber von verschiedenen Herstellern eingekauft werden können. „Die Passform soll stimmen", betont Schambier und hat auch zwei Paar in Größe 38 im Regal. Schnittschutzkleidung, Imker-Anzüge und Strahlenschutz-Ausstattung ergänzen sein Sortiment.

Um den Überblick zu bewahren und damit es nicht zu Verwechslungen kommt, helfen Namensschilder, die heiß eingebügelt werden müssen. Tage, an denen die ausgedient haben, weil sich etwa eine Ortsteil-Feuerwehr komplett aufgelöst hat, gehören für den 49-jährigen Idsteiner nicht gerade zu den Höhepunkten. Nicht, weil die vielen zurückgegebenen Anzüge jede Menge Arbeit bedeuten, sondern weil Schambier Feuerwehrmann aus Überzeugung ist. Und das schon über 30 Jahre.

Foto: wita / Martin Fromme "Der passt: Helmut Schambier versorgt Patrick Kraus mit Kleidung der Jugendfeuerwehr. Auch der Nachwuchs gehört zu den regelmäßigen Besuchern in der Kleiderkammer."

Serie:Damit im Falle eines Falles die Freiwillige Feuerwehr in Idstein optimal einsatzbereit ist, muss hinter den Kulissen jede Menge Vor- und Nacharbeit geleistet werden. Zum größten Teil geschieht das ehrenamtlich. In unserer Serie stellen wir verschiedene Arbeitsbereiche in loser Folge vor.

Der Artikel wurde veröffentlicht in der Idsteiner Zeitung vom 13.06.2012 und ist ebenfalls in der Online Ausgabe des Wiesbadener Tagblatts zu finden.