Serie der Idsteiner Zeitung: „Herr der Schläuche" der Idsteiner Feuerwehr

22.06.2012 - IDSTEIN - Von Ingrid Nicolai


 Sicherheit wird bei der Feuerwehr groß geschrieben. Nicht nur auf die Mannschaft muss Verlass sein, auch die Technik muss einwandfrei funktionieren. Einer, der dazu beiträgt, ist Helmut Weber, der seit 1993 hauptamtlicher Gerätewart für die Idsteiner Feuerwehr ist. 31 Fahrzeuge - von der Drehleiter bis zum Einsatzleitwagen, vom Tragkraftspritzenfahrzeug bis zum Mannschaftstransportwagen - werden unter seiner Regie gewartet und gepflegt, nach Einsätzen regelmäßig überprüft.

Anfang der 70er Jahre ist er in die Jugendfeuerwehr eingetreten, 1976 in den aktiven Dienst. Als er etwa zeitgleich seine Lehre als Kfz-Mechaniker begann, hat er den großen Fuhrpark zwar wahrgenommen, aber sich nicht vorstellen können, dort einmal zu arbeiten. Feuerwehr, das war für ihn Freizeit und Ehrenamt und nicht Arbeit und Broterwerb. So landete er zunächst für kurze Zeit bei der Flughafen-Feuerwehr, arbeitete dann elf Jahre bei der Airport-Security. Schließlich wurde die Stelle bei der Idsteiner Feuerwehr ausgeschrieben.

 

Wenn der 53-jährige Idsteiner Werkstatt, Fahrzeughalle und Waschhalle zeigt, ist er in seinem Element. Besonders die Schlauchwerkstatt, wo er von dem Kameraden Andreas Hill unterstützt wird, ist ein Arbeitsplatz, den es sonst in dieser Form nicht gibt. Jeder gebrauchte Schlauch landet in dieser Werkstatt, muss geprüft und gewaschen werden. Wird ein Defekt festgestellt, wird der Schlauch geflickt und nochmals „abgedrückt", das heißt, mit Druck geprüft.

Im Einsatz ist der Schlauch einem Acht-bar-Druck ausgesetzt, bei der Prüfung 14 bar. „Vom Prinzip her funktioniert das wie bei einem Fahrradschlauch", erklärt Weber. Die Dimensionen sind freilich andere. Zum Trocknen werden die Schläuche mithilfe eines Aufzugs im Turm der Feuerwehr aufgehängt, verbleiben dort drei Tage. Beim Aufwickeln hilft eine Schlauchroll-Maschine. „Noch", betont Stadtbrandinspektor Werner Volkmar, denn auch die Gerätschaften in der Schlauchwerkstatt sind in die Jahre gekommen. Langeweile kennt Weber nicht. Da gibt es neben den Routinearbeiten wie Wasser- oder Ölbindemittel auffüllen auch die Mängelzettel abzuarbeiten, die ihm die Maschinisten der jeweiligen Fahrzeuge hinterlassen. Mal muss ein Lämpchen ausgewechselt werden, mal piepst das Funkgerät. Und allein die Organisation und Terminabsprache mit den Werkstätten, in denen die Fahrzeuge regelmäßig geprüft werden, bedeutet viel Aufwand. Kleinere Reparaturen werden auch selbst erledigt, aber je moderner die Fahrzeuge sind, desto spezieller sind auch die Arbeitsgeräte. Der Prüfdienst, der vom Land Hessen bestellt wird, und alle drei Jahre die hydraulischen Rettungsgeräte sowie alle sechs Jahre Gebäude, Fahrzeuge und Einrichtungen unter die Lupe nimmt, übernimmt dann sozusagen die Prüfung der Prüfung.

Weber verfügt über einen großen Erfahrungsschatz, ausruhen kann er sich darauf aber nicht. So wie er als Feuerwehrmann immer wieder an Lehrgängen und Seminaren teilnimmt, bleibt er auch als Gerätewart auf dem Laufenden, zumal ihm die Fahrzeug-Einweisungen obliegen. Und auch dann heißt es: Sicherheit wird groß geschrieben!

Serie Teil 4 von 4: Damit im Falle eines Falles die Freiwillige Feuerwehr in Idstein optimal einsatzbereit ist, muss hinter den Kulissen jede Menge Vor- und Nacharbeit geleistet werden. In unserer Serie, die mit dem heutigen Beitrag endet, stellen wir verschiedene Arbeitsbereiche in loser Folge vor.