Jahreshauptversammlung 2013 der Idsteiner Freiwilligen Feuerwehren

25.01.2013 | Markus Enders als stellvertretenden Stadtbrandinspektor bestätigt


2013-01-25 JHV Gesamt14Am vergangenen Freitag fand in der Idsteiner Stadthalle die alljährliche Jahreshauptversammlung der Idsteiner Freiwilligen Feuerwehren statt. Nachdem 2012 die Wahl des Stadtbrandinspektors angestanden hatte, wurde in diesem Jahr sein Stellvertreter gewählt. Dabei sprach sich eine überwältigende Mehrheit der 160 anwesenden Einsatzkräfte für die Wiederwahl von Markus Enders aus. Die Versammlung folgte damit der Empfehlung des amtierenden Stadtbrandinspektors, Werner Volkmar.

Trotz der enormen Belastung durch sein Amt als stellvertretender Kreisbrandinspektor, hatte sich Enders zu einer zweiten Amtszeit bereit erklärt. Er sei optimistisch, dass noch 2013 der neue Kreisbrandinspektor im Rheingau-Taunus-Kreis seine Arbeit aufnehmen würde und er so von seinen Aufgaben auf Kreisebene entlastet würde.

 Volkmar, der die Versammlung leitete, bedankte sich bei allen Mitgliedern für die gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Besonders wichtig sei jedoch der notwendige Rückhalt in den Familien der fast 300 Einsatzkräfte, die sich auf 10 Wehren aufteilen. Mit einem Blick auf die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres mussten diese wieder einiges an Verständnis für die ehrenamtliche Arbeit ihrer Frauen, Männer und Kinder aufbringen. Insgesamt wurden die Freiwilligen Feuerwehren Idstein im Jahr 2012 zu 208 Einsätzen alarmiert. Die insgesamt 70 kostenpflichtigen Einsätze brachten der Stadt Idstein Einnahmen von rund 39.000 €.

Besonders auffällig ist die stetig steigende Anzahl an Fehlalarmen, die im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel der Einsätze ausgemacht hatten. Alleine 63 der 73 Fehlalarme hatte die Kernstadtwehr unter ihren insgesamt 170 Einsätzen zu verkraften. Die klassischen Brandeinsätze sind dagegen stetig rückläufig. 2012 kam es in Idstein zu keinem größeren Brandgeschehen. Dagegen mussten die Feuerwehren zu einigen schweren Hilfeleistungseinsätzen ausrücken, sei es beim Gefahrgutunfall in Oestrich-Winkel oder bei Verkehrsunfällen bei Eschenhahn, Heftrich sowie auf der Autobahn.

Um diesem Einsatzpensum trotz Freiwilligkeit mit höchstem Niveau begegnen zu können, steht die Ausbildung mehr denn je im Vordergrund. So haben die Einsatzkräfte an insgesamt 309 Ausbildungsveranstaltungen auf Stadt- und Kreisebene sowie an der Hessischen Landesfeuerwehrschule teilgenommen.

In Abstimmung mit dem Innenministerium wurde nun auch der Zusammenschluss der öffentlich-rechtlichen Wehr zur Feuerwehr Oberseelbach-Lenzhahn besiegelt. Im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung ist der Brandschutz für den Stadtteil Lenzhahn nun der Gemeinde Niedernhausen übertragen. Somit ist eine schlagkräftige Wehr für den Brandschutz in beiden Orten aufgestellt. Auch die beiden Fördervereine haben sich zusammengeschlossen. Dem Beispiel gefolgt sind die Wehren Ober- und Niederauroff. Sie haben sich in ihrer letzten Jahreshauptversammlung für eine Zusammenlegung beider Wehren unter einer Führung ausgesprochen und bilden seitdem eine Einheit.

Weiterhin im Fokus der ehrenamtlichen Arbeit der Feuerwehren steht die Kinder- und Jugendarbeit. Volkmar freute sich besonders, dass im April 2012 in Wörsdorf die vierte Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen wurde. Die Leiterin der Idsteiner Kinderfeuerwehren, Natascha Berg, kann sich mittlerweile über mehr als 50 Mädchen und Jungen freuen. Sie bedankte sich besonders für die finanzielle Unterstützung durch ansässige Firmen (wie mehrfach berichtet).

Die wohl größten Ereignisse im Feuerwehrleben der Stadt Idstein standen unter dem Stern der Jugendfeuerwehren. Am 12. Mai fand in der Idsteiner Altstadt der Aktionstag der Hessischen Jugendfeuerwehren statt, der mit rund 5.000 Besuchern einem kleine Hessentag gleichkam. Sowohl der Stadtjugendfeuerwehrwart, Bernd Zimmermann, als auch Kreisjugendfeuerwehrwart, Marco Menze, bedankten sich nochmals herzlich bei allen fleißigen Helfern. Als symbolische Geste des Dankes überreichte Menze Bürgermeister Krum, Werner Volkmar sowie Hans Rüll die bronzene, silberne bzw. sogar goldene Floriansmedallie der Hessischen Jugendfeuerwehr für besondere Dienste im Sinne der Jugendarbeit. Besonders stolz zeigten sich alle Sprecher über das Abschneiden der Jugendfeuerwehren bei den Wettbewerben auf Kreis- und Landesebene. Nachdem die Jugendabteilungen Heftrich, Idstein und Wörsdorf hervorragende Platzierungen beim Kreiswettbewerb erzielt hatten, durften zwei Gruppen sogar auf dem Landesentscheid ihr Können unter Beweis stellen.

Nach zahlreichen Ehrungen und Beförderungen stand in diesem Jahr zum zweiten Male die Verleihung der Anerkennungsprämie des Landes Hessens für 10, 20, 30 und über 40 Jahre aktive Dienstzeit an. Fast wehmütig blickte Bürgermeister Gerhard Krum auf eine lange und gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr zurück. Er nutzte die letzte Jahreshauptversammlung seines Amtes, um sich stolz für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren zu zeigen. Er sei während seiner Arbeit zu dem Schluss gekommen, dass es ein Feuerwehr-Gen gäbe, mit dem man schon geboren werde. Im Umkehrschluss sei er jedoch auch der Auffassung, dass die Idsteiner Feuerwehr die verdiente Anerkennung in der Politik erfahre.

Im Hinblick auf die laufende Beschaffung einer neuen Drehleiter stellte der amtierende Bürgermeister jedoch einen Wunsch an „seine" Feuerwehr: Auch nach seiner Zeit als Bürgermeister möchte er Idstein von ganz oben aus dem Korb der neuen Leiter betrachten – ein Wunsch an den er sicherlich erinnert werden wird!

Dieser Artikel ist ebenfalls in der Idsteiner Zeitung vom 30.01.2013 erschienen.

Bilder: Volker Mink - vielen Dank dafür!